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Datum: 25. September 2026
Wirklich auf Herz und Nieren geprüft?
My dear Piano Lovers,
dies ist ein charmantes und nicht zu schweres Klavierstück – wäre da nicht der angegebene Fingersatz des Herausgebers…
Da ich nicht mit dem Finger auf irgendjemanden zeigen möchte, habe ich mein Programm, Finale, verwendet, um die Takte 1 bis 4 in ein gewöhnliches Layout zu bringen, da die verwendeten Original-Schriften dir einen Hinweis gebe könnten.
Weil aber schon die ersten vier Takte der rechten Hand Probleme bereiten können, werde ich erklären, wann und wie der „Erschaffer des Klavier-Fingersatzes“ leider danebengelegen hat.
Der erste und zweite Takt
Da wir es gewohnt sind, eine Oktave aufwärts mit 1 und 5 zu spielen, ist dies eine völlig normale Bewegung für uns. Recht ungewöhnlich ist jedoch der Fingerwechsel von 5 auf 4 auf ein und demselben „C“s.
Weil sich unser Daumen und der kleine Finger beim Spielen der Oktave ganz am Rand der weißen Tasten befanden, zwingt uns die Bewegung auf den längeren Finger 4 dazu, den Unterarm leicht nach vorne zu bewegen - aber nicht zu weit, da eine schwarze Taste im Weg ist, die wir nicht versehentlich berühren wollen.
Diese Vorwärtsbewegung könnte auch zu einem etwas schwereren Herunterdrücken der Taste führen, um die halbe Note „C“ so lange wie nötig zu halten. Weil diese halbe Note „C“ jedoch auf einer unbetonten Zählzeit gespielt wird, könnte sie lauter erklingen, als es musikalisch angemessen wäre.
Was ist also der Grund für den Wechsel von 5 auf 4 auf dem „C“ im ersten Takt? Meiner Meinung nach ist dieser Wechsel schlichtweg nutzlos!
Es gibt keinen versteckten Nutzen darin, da wir Finger 5 auf dem „C“ brauchen, um mit 4 zum „H“, mit 3 zum „A“ und mit 2 zum „G“ zu gelangen, was den Fingerwechsel von 1 auf 2 auf dem „G“ im zweiten Takt, bei der letzten Note der Triole vor der halben Note, völlig überflüssig macht.
Dieses im zweiten Takt vorgeschlagene Übersetzen der Finger ist, ich muss es leider sagen, musikalisch sogar noch gefährlicher als der Fingerwechsel im ersten Takt. Man muss aktiv die ganze Hand über den Daumen bewegen, und der zweite Finger könnte ziemlich wuchtig in die halbe Note „G“ fallen – und schon wieder auf einer unbetonten Zählzeit.
Ich glaube, dass der Herausgeber im zweiten Takt von Finger 1 zu 2 wechselte, um ein lautes Herunterdrücken der Taste durch den Daumen zu vermeiden. Es ist jedoch möglich, eine Taste mit dem Daumen ohne unnötigen Kraftaufwand herunterzudrücken, indem man den Daumen kaum von der Tastenoberfläche abhebt und die Taste durch eine kontrollierte Unterarmbewegung erneut nach unten drückt.
Als Nicht-Berufspianist hält man einen angegebenen Fingersatz eines bekannten Verlags natürlich für eine gute Lösung. Aber betrachte ihn als bloßen Vorschlag und probiere ihn aus. Wenn es sich für dich falsch anfühlt, solltest du ihn - auf jeden Fall - anpassen, damit er zu deiner Hand passt.
Der dritte und vierte Takt
Der dritte Takt verlangt von dir, dich vom „G“ nach oben zum „F“ zu bewegen, und der vorgegebene Fingersatz ist „G“ mit 1 und „F“ mit 4. Die Nummer 4 ist über der halben Note platziert, welche die zweite Note ist, und nicht auf der Sechzehntelnote davor.
Dies könnte bedeuten, dass du die Sechzehntelnote „F“ mit dem fünften Finger anschlagen und dann auf der halben Note wieder zu 4 wechseln solltest, so wie es im ersten Takt empfohlen wurde.
Für mich ist die fehlende Fingernummer auf dem ersten „F“ überhaupt keine gute Idee. Sie könnte dich dazu verleiten, dieses „F“ bereits mit Finger 4 anzuschlagen und dich somit in dieselbe unangenehme Position wie im ersten Takt zu bringen – nur, um dann im vierten Takt das nächste Mal die Finger unnötig über den Daumen setzen zu müssen.
Und das Ergebnis ist…, dass zwei unnötige Fingerwechsel von 5 auf 4 auf derselben Taste zu zwei Wechseln der Unterarmposition und zu zwei vermeidbaren Hand-über-den-Daumen-Bewegungen auf zwei unbetonten Zählzeiten des Taktes führen.
Muss ich jemandem mein Beileid aussprechen, der dies ausprobiert…,
...anstatt das?
Yours truly,
{Doing it Cairns' Style | Comfort in Every Bar & Certain in Every Key}