The Blog
Datum: 5. Oktober 2026
Die fehlende Verbingung
My dear Piano Lovers,
vielleicht erinnerst du dich noch an meinen vorherigen Artikel „Wirklich auf Herz und Nieren geprüft?“, in dem ich über ein eigentlich leicht spielbares Stück schrieb, das durch den vorgegebenen Fingersatz des Herausgebers unnötig schwer zu spielen war?
Nun möchte ich über die Takte fünf bis acht dieses Stücks sprechen und erklären, warum man immer versuchen sollte, eine fließende Lösung von einem Takt zum nächsten zu schaffen.
(Bitte beachte: Um lästiges Scrollen zu vermeiden, sind alle Abbildungen so oft eingefügt, wie ich, Giselle Anna Cairns, es für nötig halte.)
Wie Takt Vier endete
Mit dem Fingersatz des Herausgebers endeten wir mit Finger 2 auf „C“ und es wurde vorgeschlagen auf dem nächsten (höheren) „E“ mit Finger 1 zu beginnen.
Da dies eine recht ungewöhnliche Bewegung ist, solltest du prüfen, ob sie sinnvoll ist, weil du sie im siebten Takt, wo diese zweitaktige Passage noch einmal beginnt, wiederverwenden – ich nenne das immer „recyceln“ – könntest.
Kurz und bündig: Es macht überhaupt keinen Sinn.
Am Ende von Takt sechs endest du auf „D“ mit Finger 1 und sollst dann auf dem direkt darüber liegenden „E“ wieder mit Finger 1 neu beginnen. Dieses „Daumenspringen“ ist so gut wie nie eine gute Idee.
Takte Fünf bis Acht
Es ist entscheidend, eine Lösung zu finden, um auf der punktierten Viertelnote „E“ (am Anfang von Takt fünf) genauso wie am Anfang von Takt sieben zu beginnen. Allerdings sind die Tasten direkt vor diesem Neustart nicht dieselben. In Takt vier endest du auf der halben Note „C“ und in Takt sechs auf einer halben Note „D“.
Es ist egal, ob du dich entschieden hast, Takt vier mit Finger 2 (wie vom Herausgeber empfohlen) oder mit Finger 1 (wie von mir vorgeschlagen) zu beenden, könnte es eine gute Idee sein, die punktierte Viertelnote „E“ mit Finger 2 zu spielen.
Ich werde dich nun Finger-für-Finger und Taste-für-Taste durch die nächsten zwei Takte geleiten und hoffe, dass dir dies dabei hilft, ohne völlig unnötige Sprünge zu spielen.

Wie schon erwähnt, beginne ich auf der
punktierten Viertel „E“ mit Finger 2,
hoch zur Achtel „G“ mit Finger 3,
runter zur Achtel „Fis“ mit Finger 2,
hoch zur Achtel „A“ mit Finger 4,
runter zur Achtel „G“ mit Finger 3,
hoch zur Achtel „H“ mit Finger 5 und zum Schluss
runter zur halben Note „D“ mit Finger 1.
Ich nehme an, dass du bereits den Unterschied des Doing it Cairns‘ Style bemerkt hast: Durch den Start mit Finger 2 auf dem „E“ im fünften Takt, bist du nun problemlos in der Lage, meinen Fingersatz am Anfang des siebten Taktes genauso zu wiederholen – und dies ganz ohne unnötige Sprungbewegung des Daumens zum „E“.
Ein andere Art von “Copy & Paste”
Diese Art, Fingersätze für ein und dieselbe Phrase zu recyceln, ist etwas, das ich unheimlich gerne mache.
Dieser Fingersatz des Herausgebers ist keine ungewöhnliche Lösung, da all die großen Verlage und Herausgeber sich auf einen einmal veröffentlichten Fingersatz jahrelang verlassen, ohne dessen Praktikabilität jemals zu hinterfragen.
Es ist also völlig normal, dass du exakt diesen Fingersatz bei mehr als einem Verlag, Herausgeber oder frei zugänglich im Internet findest.
Hinterfrage immer den gedruckten Fingersatz – und vertraue einfach auf dich selbst. Denn wenn es sich falsch anfühlt, dann ist es für dich falsch.
Yours truly,
{Doing it Cairns' Style | Comfort in Every Bar & Certain in Every Key}