The Blog
Datum: 5. September 2026
Große Probleme mit Moll?
My dear Piano Lovers,
vielleicht erinnerst du dich noch an meinen vorherigen Blogartikel über das Üben der G-Dur-Tonleiter.
G-Dur ist eine Tonleiter mit einem Vorzeichen, in diesem Fall dem „Fis“. Übrigens ist das „Fis“ auch die siebte Stufe oder der sogenannte Leitton von G-Dur.
Vielleicht hast du bemerkt, dass dieses „Fis“ nur einen Halbtonschritt vom „G“ entfernt ist, auf dem du nach dem Spielen einer Oktave (oder mehrerer Oktaven) von G-Dur endest.
An den besonderen Klang eines Halbtonschritts kurz vor dem Ende einer Dur-Tonleiter sind unsere musikalischen Ohren gewöhnt.
Die verschiedenen Klänge von Moll
Wenn wir daher eine Moll-Tonleiter in ihrer natürlichen Version spielen, ist der Ganztonschritt zwischen der siebten und der achten Stufe etwas, an das wir nicht gewöhnt sind.
Der Aufstieg zu Moll harmonisch
Um diesen ungewohnten Klang zu beseitigen, wird in der harmonischen Version die Moll-Tonleiter so abgewandelt, dass die siebte Stufe um einen Halbtonschritt erhöht wird.
Das bedeutet, dass eine weiße Taste, zum Beispiel „G“, zu „Gis“ erhöht wird; eine bereits erhöhte Taste, wie „Fis“, ein zweites Mal zu „Fisis“ und eine erniedrigte Taste, wie „B“, zu „H“ erhöht wird.
Die zweite Erhöhung zu Moll melodisch
Aber auch die melodische Moll-Tonleiter muss berücksichtigt werden. Dort wird nun zusätzlich zu der bereits erhöhten siebten Stufe auch noch die sechste Stufe erhöht.
Anhand einer praktischen Moll-Tonleiter soll dies verdeutlicht werden.
Die parallele Moll-Tonleiter zu der bereits erwähnten G-Dur-Tonleiter liegt eine kleine Terz – das sind drei Halbtonschritte, die Starttaste nicht mitgezählt – abwärts auf der Tastatur, was uns zum „E“ führt.
In ihrem „natürlichen Zustand“ hat E-Moll nur ein Vorzeichen, und das ist das „Fis“, das es mit G-Dur gemeinsam hat.
Die Töne von E-Moll natürlich sind demnach: „E“, „Fis“, „G“, „A“, „H“, „C“, „D“ und „E“.
Um eine harmonische E-Moll-Tonleiter zu bekommen, müssen wir, wie bereits erwähnt, die siebte Stufe erhöhen. E-Moll harmonisch besteht aus: „E“, „Fis“, „G“, „A“, „H“, „C“, „Dis“ und „E“.
Auch wenn hier kein „Mind the gap!“ (Achtung an der Bahnsteigkante!) ertönt, hast du vielleicht bemerkt, dass zwischen „C“ (sechste Stufe) und „Dis“ (siebte Stufe) eine Lücke ist, und diese ist nun sogar noch größer und eigentümlicher als vorher.
Um diesen Klang melodiöser zu gestalten, wird die sechste Stufe von „C“ zu „Cis“ erhöht.
Somit lauten die Töne von E-Moll melodisch: „E“, „Fis“, „G“, „A“, „H“, „Cis“, „Dis“ und „E“.
Der Niedergang von Moll melodisch beim Tonleiterspiel
Falls du dich entscheiden solltest, eine Prüfung am Trinity College oder beim ABRSM abzulegen, wirst du möglicherweise aufgefordert, die melodische E-Moll-Tonleiter – oder jede andere melodische Moll-Tonleiter – aufwärts melodisch und abwärts natürlich zu spielen.
Ich muss zugeben, dass ich mir nicht sicher bin, was der Grund für diese Taktik ist.
Da natürliche Moll-Tonleitern üblicherweise nicht Bestandteil der Prüfung sind, könnte dahinter einfach der Wunsch stecken, das Wissen des Kandidaten über die natürliche Version der Moll-Tonart zu testen, indem man abwärts eine melodischen Moll-Tonleiter spielen lässt.
Aber das ist eine reine Vermutung meinerseits.
Es ist jedoch keine Vermutung, dass die „Visual KeyScales“, die ich auf dieser Website zur Verfügung stelle, ganz sicher dafür sorgen werden, dir einen natürlichen Weg abwärts für jede melodische Version von Moll-Tonleitern zu liefern.
Yours truly,
{Doing it Cairns' Style | Comfort in Every Bar & Certain in Every Key}